St.Cassian Sils Domleschg

Die alte Pfarrkirche St. Cassian befindet sich umgeben vom Dorffriedhof auf einem Hügel östlich des Dorfes zwischen den ehemaligen Schlössern Baldenstein und Campell.
Sils im Domleschg
liegt zwischen den beiden Flüssen Albula und Hinterrhein.
Vor der grossen Rheinkorrektion (im Jahre 1854 vollendet) litt das Dorf unter grossen Verwüstungen,
verursacht durch die Hochwasser des Hinterrheins, der Albula und vor allem der Nolla.
Funde von römischen Handmühlensteinen und Gefässen sowie Bronce- und Silbermünzen der römischen Kaiser Vespasian (69-70 n. Chr.) und Antonin (138-161 n. Chr.) ergaben,
dass die Gegend schon in frühester Zeit besiedelt war.

Der Kirchenbau von St. Cassian erfolgte vor dem Ende des 8. Jahrhunderts, also um 750-790.
Es ist gut möglich, dass der erste Bau aus dem abgewinkelten, heutigen Chor bestand.
Um 1228 hiess der Ort SILLES (romanisch).
Urkundlich wird die Ortschaft erstmals im Jahr 1350 als genannt.
Der Turm von St. Cassian könnte mit seinen dicken Mauern,Schartenfenstern und direktem Blick auf Hohenrätien einst ein Wehrturm gewesen sein.
Er erhielt um 1350 eine Glocke mit einer Inschrift .
Um diese Zeit wurde auch das Kirchenschiff gebaut.
Eine genaue Datierung der Bauten ist nicht möglich.

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Kirchlich gehörte St. Cassian zu Zillis im Schams. Gemäss Urkunde vom 28. Januar 1456 im Flugi-Katalog kaufte der Bischof von Chur, Heinrich IV. von Höwen (1441-1456) die Landschaft Schams mit Sils von den Grafen von Werdenberg.
Sils kam nun zum Domleschg.
1493 wurde für St. Cassian eine zweite Glocke gestiftet.
die 1619 in den Dachreiter der neuen Dorfkirche von Sils versetzt wurde.
Vor 1520 besass St. Cassian, welche Dorfkirche von Sils war, je einen Plebanus, Frühmesser und Kaplan.
Ab 1521 hatte es in Christian Martini sogar einen eigenen Pfarrer.
Von 1521-1532 erfolgte zusammen mit Scharans unter Ulrich von Marmels und Philipp Gallicius der Übertritt zur Reformation.
Die Bilder und Reliquien von St. Cassian wurden in die Albula geworfen.
Bis 1619 war St. Cassian Dorfkirche von Sils, seither ist sie Beerdigungskirche und in den letzten Jahren ist sie eine beliebte Traukirche geworden.
1650 wurde die neue Kanzel errichtet.
Von 1923-1925 wurde die Kirche unter der Leitung der Architekten Schäfer & Risch aus Chur renoviert.
Dabei wurde die rundbogige Granitsteineinfassung des Portals und die Innenausstattung (ohne Kanzel) erneuert.
Die Person, die der Kirche ihren Namen gab, lebte in der Zeit vor dem Jahr 250 n. Chr. in Imola, einer Stadt bei Bologna.
Cassian geriet als christlicher Lehrer in Widerspruch zum spätrömischen Kaiserkult und wurde als Märtyrer hingerichtet.
Die Heiligenlegende berichtet: „In der Verfolgungszeit des Jahres 250 wurde Cassian von seinen Peinigern zum Tod verurteilt und seinen Schülern übergeben.
Er wurde an eine Marmorsäule gefesselt, die ehemaligen Schüler schrieben mit ihren Metallgriffeln das Urteil in den Heiligen, bis er starb.“


Kontakt:
Pfarrer Josias Burger
Tel. 0041 (0) 81 651 12 84
Fax. 0041 (0)81 651 12 85
josias.burger@gr-ref.ch


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